

David steht für eine begrenzte Anzahl von Lehrgängen zur Verfügung
Für Information zu Daten und Kontaktadressen, bitte die
gewünschte Lehrgangslocation anklicken.
SHOW CLINICS MAP
| Lehrgangsort | Kontaktperson | emaill | |
| Czeck Republik | Prague | Jaruska Hudeckova | jaruska.h@email.cz |
| Belgien | Geel | Renild Vandeperre | Renilde.Vandeperre@Telenet.be |
| Niederlande | Hoofdorp | Quido Valent | clinic.dwdewispelaere@hotmail.com |
| Niederlande | Langedijk | Inge Zwan | info@equestor.nl |
| USA | Michigan | Sheila Murdoch | pmur758802@aol.com |
| USA | Minneapolis | Lynn Tearse | htearse@comcast.net |
| USA | Kenntucky Lexington | Bill Fields | Bfdresge@aol.com |
| USA | St. Leonard, Maryland | Renee DeLisle-Howes | email@happyhour1.com Phone: 410-535-7660 |
| Lehrgangsort | Kontaktperson | emaill | |
| Niederlande | Lutjebroek | Karin Mazereeuw | karin.mazereeuw@quicknet.nl |
| Schweiz | Basel | Lisa Schnider | lisa.schnider@bluewin.ch |
David de Wispelaere, ein amerikanischer Grand Prix Reiter und Ausbilder, hat den Grundsatz von Harmonie und Leichtigkeit zum wichtigsten Ziel seiner täglichen Arbeit mit Pferden gemacht. David de Wispelaeres Ansatz ist strikt klassischer Natur und basiert auf einem engem Vertrauensverhältnis zwischen Pferd und Reiter. Jedes Pferd wird als Individuum angesehen und dementsprechend ausgebildet.
David begann seine Reitlaufbahn mit 14 Jahren in Rochester, N.Y. und war sofort Feuer und Flamme. Er überzeugte in allen Sparten der Reiterei; war regionaler Champion im Stilspringen und im Westernreiten aber fand seine wahre Berufung schliesslich nach der ersten Unterrichtsstunde in Dressur. Nur zwei Jahre später ritt und gewann er Turniere auf M-Niveau und arbeitete für Thomas Poulin und später Robert Dover (Olympische Reiter und renomierte Trainer in den USA). Zur selben Zeit begann er die Suche nach der Herkunft des Dressursports und stiess mit Faszination auf die Wurzeln der Reitkunst in der Antike und seiner besonderen Blüte im Barock.
Besonders im Kürreiten zu Musik entwickelte er eine Begabung. Mit dem Schimmel "Highness" gewann er in dieser Disziplin 2mal die U.S. Meisterschaften.
Neben Dressurturnieren nahm er an Barockquadrillen in der Gegend um Massachussets teil und erweiterte diese Leidenschaft mit späteren Engagements in Europa. Unter anderem ritt er in Aufführungen anlässlich der Salzburger Festspiele und nahm an Quadrillen in Kassel und Graz teil.
Während seines ersten Aufenthalts in Deutschland in 1987, trainierte er mit der Gold-Dressur-Olympionikin Gabriella Grillo und mit General Albert Stecken. Zeitgleich stellte er die Hannoveranerstute "Daktari" bis Grand Prix auf internationalen Wettkämpfen in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden vor.
Mit der selben Stute gewann er 1 Jahr später den Grand Prix in Devon, Pennsylvania ( in den USA vergleichbar mit dem CHIO, Aachen in Deutschland).
Nach weiteren erfolgreichen Wettkämpfen in den USA, kehrte er 1991 für 3 Jahre nach Deutschland zurück, in denen er intensiv mit Dr. Rainer Klimke, Gabriella Grillo, Wolfgang Michaelis und Jan Bemelsmans arbeitete. !995 verbrachte er einen Trainingssommer bei Herbert Rehbein auf dessen Anlage, dem Grönwaldshof.
Während seines Deutschlandaufenthaltes entdeckte und erwarb David den einjährigen Rheinländer Figaro und erschuf daraus, angefangen mit dem Anreiten bis hin zum Grand Prix, sein Meisterwerk. Während seiner Karriere war Figaro unter den besten Acht bei den Rheinischen Meisterschaften, gewann etliche Grand Prixs und Grand Prix Specials und, gipfelnd in seinem persönlichen Rekord, eine Grand Prix Kür mit einem Total von 71%.
Nach der Teilnahme bei einem Lehrgang mit Arthur Kottas Heldenberg, war David derart beindrukt von den Resultaten, die er mit dem klassischen Ansatz seines Lehrmeisters erreichte, dass er mehr darüber lernen wollte. 1998 entschied er sich nach Österreich umzusiedeln um noch intensiver mit dem ehemals 1. Oberbereiter der Spanischen Hofreitschule in Wien zusammenzuarbeiten. Das Studium der klassischen Reitkunst führte schliesslich auch zu einer engeren Beschäftigung mit den Barockpferderassen, insbesondere denen iberischer Abstammung.
Nach einer umfassenden Suche in Spanien, war David einer der ersten professionellen Dressurausbilder, der, in Zusammenarbeit von Kimberley van Kampen (Besitzerin von Hampton Green Farm), spanische Pferde (P.R.E.) in die U.S.A. importierte mit dem Ziel, sie in der Dressur auszubilden und auf Turnieren vorzustellen.
Er wählte junge Hengste aus, die noch nicht ausgebildet waren und bestritt mit "Idilio" und "Camaron" (beide aus dem Stall von Hampton Green Farm) erfolgreich Turniere von L-Niveau bis St. Georg.
Mit diesen zwei Pferden und seinem damalig 5-jährigen Hengst "Hacendado" kehrte er 2002 nach Spanien zurück, um in den Nationalen Meisterschaften für P.R.E. teilzunehmen. Es war ein riesiger Erfolg für David und Hampton Green Farm, da er alle drei für die Meisterschaft in Sevilla qualifizierte und unter den 11 besten mit dem 4. Platz prämiert wurde. Bis heute konnte kein anderer Reiter nicht spanischer Abstammung an diesen Erfolg anknüpfen.
2003 siedelte David mit seinen Pferden endgültig nach Europa um, auf den Kontinent, in dem er sich am meisten zuhause fühlt. Als Reiter und Ausbilder begeistert ihn der anspruchsvolle tägliche Umgang mit Pferden, der sich auf Jahrhunderte praktizierter Reithistorie begründet. Als Bewunderer von Architektur mit Geschichte und Sammler von antikem Mobiliar fühlt er sich der europäischen Kultur sogar verbundener als der seiner alten Heimat.
Heute lebt und praktiziert David seine eigene Reitkultur in Deutschland, wo er einen Dressurstall im "Branderhof", im Herzen von Aachen betreibt.
Sie finden immer eine ausgewählte Anzahl von Pferden in unserem Stall. Sollten Sie hier nicht finden was Sie suchen, bitte zögern Sie nicht uns zu kontaktieren. Dank Davids internationalem Ruf als exzellenter Pferdekenner, hat er über die Jahre beständige Kontakte zu Züchtern, Ausbildern und Reitern geknüpft, welche, wie er, ein Pferd mit Talent, Ehrlichkeit und insbesondere einer hohen Rittigkeit zu schätzen wissen. Er wird Ihnen helfen Ihre Wünsche zu realisieren, ob Sie ein erfahrenes Lehrpferd, einen talentierten 3-jährigen oder auch ein korrekt ausgebiletes Grand Prix Pferd suchen.
Die frühen Erfahrungen eines Pferdes sind enorm wichtig.
An erster Stelle steht hier, das Vertrauen des Pferdes zu gewinnen. Wenn das Pferd mir nicht vertraut, wird es mir mit Angst begegnen. Für den Beginn einer Kommunikation mit dem Pferd ist dies wenig hilfreich. .
Ich möchte, dass das Pferd meine Gegenwart als Bereicherung genießt und an Menschen im Allgemeinen interessiert ist. Kommunikation ist immer zweigleisig; genauso wir von dem Pferd erwarten, dass es versteht was wir von ihm wollen, so sollten wir es beobachten, zuhören und offen dafür sein, zu erforschen was es empfindet.
In vielen großen Aufzuchtställen werden die Fohlen in einer Herde, zum Teil sogar draußen geboren und haben in den ersten Jahren wenig Kontakt mit Menschen.
Dieses freie Aufwachsen ist der Natur sehr nahe aber hat für uns den Nachteil, dass die Pferde, aufgrund des fehlenden Kontaktes, uns mit Angst begegnen.
Meine Fohlen lernen schon früh das Halfter kennen, werden täglich zur Koppel geführt und auch das Hufeauskratzen und ein bisschen Fellpflege ist Bestandteil ihres Alltags.
Allerdings sollten sie auch weiterhin die Möglichkeit haben, zu rennen und zu spielen, einfach Pferd zu sein. Sie sollten so viel wie möglich mit ihrer Mutter auf die Weide und nach der Trennung von der Mutter (mit ca.. 6 Monaten) wenigstens einen Altersgenossen als Gesellschaft haben.
Wenn das Pferd ca. 3 Jahre alt ist beginne ich mit der Vorbereitung für das Anreiten.
Die Idealsituation ist ein Roundpen (umfriedeter Longierzirkel) in dem ich mit dem Pferd arbeiten kann, ohne zusätzliche Hilfsmittel zu benutzen.
Sollte dieser nicht zur Verfügung stehen, verwende ich eine Longierleine, die ich an einem Kappzaum am Pferd befestige. Ich bevorzuge einen Kappzaum, da ich das Pferd, wenn es zieht, leichter kontrollieren kann. Es erzeugt einen leichten Druck auf der Nase, muss aber mit Leder gefüttert sein, damit ich dem Pferd niemals Schmerzen zufüge.
Es ist wichtig mit einfachen Dingen zu beginnen. Die Arbeit mit Pferden sollte immer in kleinen Schritten erfolgen. Also, am Anfang kein Sattel, kein Gebiss, keine Zügel, nur der Kappzaum und die Longierleine.
Nimm Dir die Zeit und trainiere die Kommandos mit der Stimme. Auch Pferde die niemals vorher longiert worden sind verstehen meistens nach 15 - 20 Minuten: Schritt - Trab - Galopp - Halt. Hierbei kommt es nicht darauf an, welche Sprache man benutzt. Vielmehr ist der Ton der Stimme entscheidend. Wenn Dein Pferd Schritt gehen soll, benutze einen beruhigenden Tonfall:”Schrriihht”. Wenn es vom Schritt in den Trab gehen soll, dann hebe deine Stimme etwas:”Trraahabb”. Noch einmal, das Wort ist ganz egal, man könnte auch “Schnapp” anstatt “Trab” sagen und das Pferd würde immer noch traben.
Wenn das Pferd für einen Übergang vom Trab in den Schritt nicht sofort reagiert dann versuche es noch einmal aber dehne das Wort noch länger:”Schrihhhhhhhhhhhhht”.
Jedes Pferd, das keine schlechte Erfahrungen gemacht hat oder ängstlich ist, wird darauf entsprechend reagieren.
Die nächste Phase ist das Longieren mit der Hinzunahme eines Sattels und einer Trense.
Ich bevorzuge für die ersten Male einen leichten Sattel ohne Steigbügel. Noch milder wäre ein Longiergurt. Es kommt auf den Einzelfall an und wie gesagt: Immer in kleinen Schritten vorgehen. Beachte wie das Pferd reagiert und vermeide Nervosität. Das Pferd darf keine Angst bekommen oder wohlmöglich in Panik geraten. In dem Falle heißt es wieder einen Schritt zurück, an der Hand führen oder einfach noch mal ohne Sattel oder Gurt longieren.
Traditionell verwenden viele Trainer Ausbinder. In der Vergangenheit habe auch ich diese benutzt um dem Pferd die Idee des Rundgehen und der Anlehnung näher zubringen. In den letzten Jahren habe ich aber darauf verzichtet. Wie man auf dem Photo gut sehen kann ist „Goldmark", ein Rheinlaenderwallach, durchaus in der Lage sich vorwärts und abwärts zu dehnen ohne die Beihilfe irgendwelcher Zügel. Es gibt hier 2 Phasen: Die erste wo das Pferd sich beginnt zu dehnen und die zweite wo es sich komplett gedehnt hat. Das kannst Du mit der Hilfe Deiner Stimme beeinflussen. Es ist eigentlich das Gleiche wie beim tatsächlichen Reiten. Wenn ich merke das der Kopf hoch kommt, bedeutet dies, das sich die Nacken- und Rückenmuskeln verspannen. Aber wie bekommt man den Kopf nach unten ohne den Einsatz von Zügeln?
Du entspannst Dein Pferd! Du Kannst und musst das Energieniveau nicht nur beim Reiten kontrollieren sondern auch schon bei der Arbeit an der Longe. Bevor man auf dem Pferd sitzt sollte man schon in der Lage sein, das Pferd mit der Stimme und Körpersprache zu beeinflussen. Auch dieses Prinzip funktioniert bei jedem Pferd. Man braucht noch nicht einmal eine Longiergerte. Wenn Du auf der rechten Hand longierst und dabei die linke Hand anhebst, wird Dein Pferd mit grösster Wahrscheinlichkeit schneller werden und wenn Du Deine Hand ‘runter nimmst langsamer werden.
Also, schon ohne auf dem Pferd zu reiten, kann man auf sein Pferd derart einwirken, dass es mit einem federnden Rücken vorwärts - abwärts geht. Der Sinn dieser Arbeit ist es, dass das Pferd, wenn wir schließlich reiten, mit der Situation durch das Verstehen unserer Stimme und unserer Körpersprache schon vielmehr vertraut ist und sich nicht aus Nervosität verspannt, sondern im Zirkel zu einem gleichmässigen Tempo bewegt und durch seinen ganzen ganzen Körper schwingt.
Damit kommen wir an den letzten Punkt des Anreitens: dem Aufsitzen. Man sollte dies zu zweit durchführen. Für 3-3 1/2 Jahre ist das Pferd gewöhnt, jemanden neben sich zu haben, geführt zu werden. Wenn dann plötzlich jemand auf ihm sitzt, ist das eine extrem ungewohnte Situation. Das Pferd weiß nicht was es jetzt tun soll.
Ich habe viele Pferde angeritten und befand mich nie in einer Situation in der das Pferd losbuckelte wie bei einem Rodeo. Es ist mehr genau das Gegenteil. Sie wollen meist einfach nicht vorwärts gehen denn sie sind daran gewöhnt, dass jemand sie führt. Und plötzlich ist niemand mehr da neben Ihnen, sondern: “Hey, was machst Du denn da oben?” Sie bleiben stehen und warten.
In diesem Fall ist es eben sehr hilfreich, wenn man jemanden am Boden hat, der das Pferd führt während es sich an das Gewicht des Reiters auf seinem Rücken gewöhnt.
Vor 17 Jahren ritt ich meinen jetzt 20 jährigen Wallach “Figaro” an und brachte ihn bis zu Grand Prix.
Damals hatte ich keine Hilfe und um ihn vorwärts zu bekommen hatte ich folgende Idee. Ich führte ich ihn auf einem Weg der sich von unserem Stall entfernte. An einem gewissen Punkt angekommen, drehte ich ihn herum, stieg auf und ließ ihn zurück zum Stall gehen.
Jedes Pferd will zurück zum Stall - schließlich gibt’s dort das Futter! - und so ging es auch Figaro. Am nächsten Tag wiederholte ich das Spiel, ich drehte um am selben Punkt, stieg auf und ritt zurück. Diesmal jedoch versuchte ich ein bisschen weiter zu kommen als nur bis zum heimischen Stall. Ich wollte am Hof vorbeireiten und tatsächlich ließ Figaro sich ‘überreden’ vorbeizureiten. Hinter dem Hof gab es einen kleinen Fluss mit einer Holzbrücke. Wir gingen über die Brücke - wohlgemerkt, das 2. Mal im Sattel! - weiter auf einem Weg der in den Wald führte und ich sagte:”Traahab”. Er fing an zu traben, weiter auf dem Weg, um eine Kurve, durch den Wald. Wir kamen an ein kleine Anhöhe, und wie wir alle wissen, wenn’s bergauf geht gallopieren Pferde lieber als zu traben. Wir gallopierten den Hügel hinauf - das 2. Mal dass ich auf ihm saß!
Ich muss allerdings anmerken, dass ich, seitdem er ein Fohlen war bis zu seinem dritten Lebensjahr, sehr viel Zeit mit ihm verbracht habe. Wir kannten und verstanden uns sehr gut,
Das machte die ganze Sache einfach und unkompliziert.
Sobald das Pferd an den Reiter auf seinem Rücken gewöhnt ist, ihm vertraut, nicht ängstlich ist und genügend Sicherheit besitzt, an ein Gebiss im Maul gewöhnt ist, ist der Zeitpunkt gekommen mit dem Training unter dem Sattel zu beginnen.
Mit dem Entwickeln einer guten Basis, einem soliden Fundament. Es ist vergleichbar mit Architektur. Man kann ein wunderschönes Haus bauen, mit ausgesuchten Materialien und eine Menge Geld ausgeben…es wird einstürzen wenn es nicht auf einem guten Fundament steht.
Das ist ähnlich beim Training eines Pferdes. Die Basis ist so wichtig und wenn das Pferd gut geritten wird während seiner ganzen Karriere gegenwärtig sein. Was wir am Anfang versäumen oder falsch machen lässt sich später schwerer nachholen oder nur mit viel Geduld ändern. Deswegen versuchen wir es gleich am Anfang richtig zu machen!
Eine Sache die eine gute Basis ausmacht ist das Vermeiden von Verspannung. Meiner Meinung nach ist Verspannung der größte Verursacher von Problemen bzw... Widerstand bei Pferden. Wenn wir der Verspannung Herr werden sind wir schon einen großen Schritt weiter.
Verspannung entsteht nicht nur bei einem Pferd das zu schnell vorwärts drängt und daran mit Ziehen an den Zügeln gehindert wird - das kann bei einem Pferd natürlich zu Verspannung führen. Man kann aber auch ein faules Pferd innerlich verspannen, indem man versucht es mit Treten, Sporen und Gerte zu treiben.
Kein Pferd möchte Sporen in seine Seite gedrückt bekommen, in seine Rippen getreten werden oder seine Hinterhand die Gerte spüren lassen. Es ist ein extrem unangenehmes und schmerzhaftes Gefühl; und wenn das Pferd Schmerzen empfindet, verspannt es sich.
Es versucht sich zu schützen, indem es seinen Körper anspannt.
Wenn das Pferd nicht vorwärts gehen will, ist es nicht nötig so brutal zu werden. Der Einsatz der Stimme kann hier viel hilfreicher sein.
Man kann nicht vorsichtig genug sein. Sei geduldig und bedenke, daß das Pferd vielleicht gar nicht sofort begreift, was du von ihm erwartest. Gerade in den ersten Wochen des Beritts eines jungen Pferdes. Du sitzt auf seinem Rücken und ihr arbeitet an großen und kleinen Volten in der Halle. Für das Pferd kann das misverstaendlich sein:”Warum gehen wir immer im Kreis herum - Kommen immer an den selben Platz zurück? Es macht keinen Sinn?”
Also sei geduldig!
Zum besseren Verständnis braucht man Hilfen, leichte Hilfen wohlgemerkt. Dabei gehört auch dem Pferd beizubringen was unser Bein bedeutet.
Jedes Pferd kann spüren wenn eine Fliege auf ihm landet. Es zuckt mit der Haut, schlägt mit seinem Schweif, schüttelt seinen Kopf. Also, wenn es schon auf die Berührung einer Fliege reagiert dann ist es wohl sicher, dass ein leichter Kontakt mit dem Bein oder der Hand ebenso spürbar ist. Die Frage ist also nicht ob das Pferd diesen Kontakt fühlt, sondern ob es versteht was wir damit bezwecken wollen. Ein entscheidender Punkt!
Wenn Du eine Hilfe mit deinem Bein gibst und das Pferd geht nicht vorwärts... Du drückst stärker und es geht immer noch nicht... Du trittst, immer noch keine Reaktion, bis Du mit der Gerte draufhaust. Es ist eindeutig, dass Dein Pferd sich nicht vorwärtsbewegte, weil er nicht wollte, sondern weil er die Hilfen die Du mit Deinem Bein gegeben hast, nicht verstehen konnte.
Stell Dir vor, jemand spricht chinesisch mit Dir und Du hast diese Sprache nie gelernt!
Dein Gesprächspartner merkt, dass Du nicht antwortest und beginnt lauter zu sprechen worauf Du immer noch keine Anzeichen von Verstehen zeigst, bis er Dich schließlich anschreit…ohne den gewünschten Erfolg zu erreichen, Du verstehst immer noch nicht chinesisch. Es ist von immenser Wichtigkeit, dass unser Pferd versteht was wir ihm sagen wollen!
Unsere Körpersprache kann dabei unterstützend behilflich sein.
Es ist simple Physik. Wenn Du möchtest, dass Dein Pferd hält, musst Du nicht an den Zügeln ziehen. Nehmen wir an, Dein Pferd geht im Schritt und Du bewegst Dich im Rhythmus seiner Bewegung. Um Anzuhalten brauchst Du jetzt nur still und aufrecht sitzen und Dein Pferd wird langsamer werden und zum Halt kommen. Mit dieser Übung wird dein Pferd die Bedeutung Deines Sitzes verstehen lernen. Je mehr Du Deinem Pferd “folgst”, desto mehr forderst Du ihn auf vorwärts zu gehen und je ruhiger Du sitzt, umso mehr sagst Du ihm seinen Schritt zu verlangsamen oder anzuhalten.
Von der gleichen Bedeutung ist der Kontakt zwischen Deinen Händen und dem Maul des Pferdes. Ich versuche niemals das Pferd mit meinen Händen in die Anlehnung zu zwingen.
Ich glaube daran, dass das Pferd nicht aufgrund einer ‘Behinderung’ durch die Hände des Reiters rund zu gehen hat. Der Reiter sollte ihm vielmehr die ‘Freiheit' geben, rund zu gehen.
Dies ist nicht nur angenehmer für beide Parteien, sondern auch einfacher in der Praxis.
Wenn Du Das Pferd mit den Zügeln festhälst und den Kopf in die Anlehnung ziehst, dann musst Du mit viel mehr Druck reiten und treiben, um das Pferd zum Laufen zu bringen.
Der spanische Hengst ‚Heroico‘ auf dem Foto im Paddock, wie auch im Roundpen, ist ohne Sattel, Zügel, Reiter. Er ist versammelt. Ganz natürlich. Mit der Kraft seiner Hinterbeine entwickelt er einen Anschub, der sich über den gewölbten Rücken bis zum gerundeten Hals fortsetzt - das Pferd trägt sich selbst.
Das Bild von solch gesammelter Energie, Lebensfreude und Stolz, sollten wir uns vor Augen halten wenn wir reiten. Das ist es woran wir arbeiten sollten, ein Pferd das ebenso unter dem Sattel gehen kann. Es sieht nicht nur schöner aus, sondern der Unterschied fühlt sich an wie Tag und Nacht. Ein Pferd, bei dem man mit aller Kraft an den Zügel ziehen muss, um den Kopf nach unten zu bekommen und dabei mit den Beinen zu treiben, damit es auch weiter vorwärts geht, kann nicht Spaß machen zu reiten. Es sei denn man sieht Reiten mehr unter einem Aerobic-Aspekt. Natürlich man kann so reiten und sogar ein Turnier gewinnen. Das ist für mich kein Maßstab. Ich freue mich mehr darüber wenn jemand zu mir kommt nach einer Prüfung und mir sagt, dass mein Pferd einen glücklichen Ausdruck hatte. Dass mein Pferd nicht mit den Zähnen knirschte, nicht vor Schweiß schäumte oder den Nacken nicht mit Venen uebersaet, die durch die Haut zu platzen schienen.
Meine Belohnung steckt in dem Gefühl, das ich von meinem Pferd bekomme. Das Gefühl wenn wir vom Platz kommen und mein Pferd stolz darauf ist was es gerade geleistet hatte. Nicht mit dem Gefühl zu etwas gezwungen worden sein. Das ist der große Unterschied.
Auf großen und kleinen Turnieren sieht man häufig Bilder von Pferden deren Maul weit geöffnet ist, deren Zunge heraushängt während das Kandarengebiss nach hinten gezogen ist. Nun, diese Pferde tragen sich nicht selbst. Man hat das Gefühl, dass wenn man die Zügel durchschneiden würde, bei jenen Pferden der Kopf hochschnellen würde.
Oder sie würden glatt auf ihre Nase fallen; auf jeden Fall würden sie aber nicht weiterarbeiten.
Auf dem Foto, in dem ich ‚Evergreen‘ im Trab vorwaerts - abwaerts reite, sehen wir eine Methode um einem Pferd beizubringen sich selbst zu tragen.
Es ist ein übertriebenes Beispiel eines Pferdes, das rund geht, nicht durch Begrenzung sondern durch Öffnung. Jedes Pferd versteht diese Übung, und hat daran Freude. Jedes Pferd kann seine Kopf so tief halten. Wenn man ein Pferd auf einem Feld longiert und es sich nicht verspannt, kann es langsam traben und dabei Gras zupfen.Eine gesunde Übung, sowohl für das körperliche als auch das geistige Wohlbefinden des Pferdes.
Gleichwohl beim Reiten, es beweist, dass das Pferd der Hand des Reiters vertraut. Wenn man die Zügel mit der Hand lockert und der Kopf des Pferdes geht hoch so zeugt dies von Misstrauen. Die Hand des Reiters ist ihm nicht angenehm.
Wenn der Kopf des Pferdes hochgeht sollte der Reiter niemals die Hände weit auseinander nehmen und nach unten nehmen, wie es so viele Leute machen. Es lehrt das Pferd Anlehnung durch Begrenzung und nicht durch Freiheit.
Indem ich mit meiner inneren Hand überstreiche zeige ich dem Pferd, dass es in seinem Gleichgewicht bleiben soll ohne sich auf den inneren Zügel zu legen. Ich will das Pferd nicht nur von hinten nach vorne reiten sondern auch vom inneren Bein zum aeusseren Zügel.
Das Pferd sollte immer darauf vorbereitet sein sich in Balance nach Innen zu biegen. Wenn wir in der Halle oder auf dem Platz reiten kommen wir schließlich gezwungenermaßen bei jeder Ecke in diese Situation. Das Pferd sollte also in der Lage sein sich auszubalancieren und sich dabei in den aeusseren Zügel dehnen.
Wie motivieren wir unser Pferd?
Du kannst Dein Pferd motivieren indem Du mit der Gerte draufhaust, ihm die Sporen in die Rippen treibst oder ihn anschreist. Aber damit wir Du das Pferd nicht dazu bringen sich selbst zu tragen. Ich denke Belohnung ist hier viel erfolgreicher.
Die Idee, die dahinter steckt ist, dass das Pferd genau versteht was wir von ihm wollen und dass wir, wenn er es richtig ausführt, ihn dies wissen lassen - mit einer Belohnung - es muss nicht in dem Extrem sein, dass wir anhalten und ihm einen Stück Zucker geben.
Aber bei meinem 20 jährigen ehemaligen Grand Prix Pferd ‚Figaro‘ funktioniert es jetzt so. Nachdem er ein paar Piaffeschritte gemacht hat, verlangt er danach. Piaffe,ok aber ich muss dafür ‚bezahlen‘.
Nimmt man das Pferd jeden Tag von der Box zum Reitplatz für 1 Stunde und danach zurück in die Box, wo er bis zum nächsten Tag auf eben jene Stunde warten muss, so löschen wir das Licht im Pferd und er stumpft ab. Die Arbeit muss interessant bleiben.
Es ist wie bei Menschen, mit einem Büro-Job. 5 Tagewoche, immer der gleiche Schreibtisch, die selben Tätigkeiten - eine große Langeweile. Man braucht das Wochenende oder Ferien um neue Dinge zu sehen, sich zu erfrischen, motiviert zu bleiben.
Für ein Dressurpferd ist das nicht viel anders. Egal auf welchem Niveau er läuft oder wie wertvoll er sein mag, er sollte auch ausgeritten werden. (Foto Heroico im Feld).
Ich möchte, dass mein Pferd einen gewissen Sinn für Freiheit behält - mit Einschränkungen natürlich - es muss immer noch gehorchen, aber wenn er die Arbeit langweilig findet, wird er beginnen nicht mehr zuzuhören und abstumpfen.
Wenn Du ein Pferd hast, welches lange Zeit braucht zum abreiten um aufzuwärmen und wacher zu werden, ist es doch angenehmer Inspiration für die Arbeit außerhalb des Reitplatzes zu suchen. Genauso motivierend wirkt sich ein Ausritt nach der getanen Pflicht
aus.
Meinen ersten Warmblüter, nach einer Reihe von Shetland Ponies, Apaloosas und Quarter Horses, erwarb ich vor 25 Jahren.
‚Attila‘ war zu dem Zeitpunkt 7 Jahre alt und sehr faul. Er konnte Schritt, Trab und Galopp aber war in Allem sehr langsam. Seine Vorbesitzer versuchten ihn schneller zu machen mit Treiben, Treiben, Treiben, was genau das Gegenteil bewirkte.
Damals hatte ich die Möglichkeit mit ihm für 6 Monate in einer wunderschönen Landschaft zu leben, den Adirondack Mountains im Norden des Staates New York.
Ich hatte nur einen Teilzeitjob, besaß kein Auto, besaß wenig im Allgemeinen, was bedeutete, auch wenig Rechnungen bezahlen zu müssen. Kurz gesagt, ich hatte sehr viel Zeit! Ich verbrachte mindestens 4 Stunden taegliich mit diesem Pferd. Wo er aufgestallt war gab es auch eine Reithalle aber wenn das Wetter es erlaubte, gingen wir raus. Ich ritt ihn durch Wälder und Flüsse (siehe Foto), schließlich gab es 1000de von Hektaren purer Natur um uns herum. Ich sprang auch mit ihm und durch diese Abwechslung wurde er sehr motiviert, ohne dass ich ihn ständig treiben musste.
Als ,Attila‘ zu mir kam im September war er ein Pferd mit drei Grundgangarten, im April des darauf folgenden Jahres ging er Intermediare 1.
Die Selbsthaltung stets beizubehalten ist nicht ganz einfach.
Wenn Du z. B. Galopppirouetten reitest und Du merkst dein Pferd will aufhören zu galoppieren, es verliert die Galoppade. Du denkst: Oh mein Gott, er bleibt gleich stehen! Und Du fängst an mit Armen und Beinen, ja dem ganzen Körper einzuwirken. Wenn dies Dir als einzige Alternative bleibt um weiterzureiten, stehst Du vor einem Problem. Ich würde Dir empfehlen im Fitnesscenter mit Gewichten zu arbeiten damit Du stark genug wirst, Dein Pferd zu tragen.
Selbsthaltung des Pferdes ist nicht nur leichter für den Reiter sondern sieht auch für den Betrachter besser aus. Das sich tragende Pferd kann zeigt nicht nur mehr Ausdruck in einem Test, sondern ist auch in einer besseren psychischen Verfassung.
Es wirkt nicht so gehetzt, unglücklich und verspannt wie ein Pferd, das durch Sporen und möglichst viel Gewicht in seinem Maul und auf seinem Rücken zu Pirouetten, Piaffe und Passage gezwungen wird.
Welche Eigenschaften muss ein gutes Grand Prix Pferd besitzen?
Vor allen Dingen: Gutes Training, gute Basis und die richtige Persönlichkeit. Es hilft wenn das Pferd mit einem Charakter geboren wird der sich durch hohes Energiepotenzial, Feuer und Darstellungswillen auszeichnet. Aber, Charakter kann auch entwickelt werden, genauso wie ein guter Charakter, mit zuviel zu früh wollen, zerstört werden kann.
Gesundheit- ebensoviel Sorgfalt wie auf den Erhalt der geistigen Gesundheit des Pferdes sollte auf seinen Körper gelegt werden. Wenn wir das Pferd zu früh zu Hoechstleistungen zwingen, können wir unheilbare Verletzungen verursachen. Und dabei sei angemerkt: Nicht jedes Pferd eignet sich zum Grand Prix Pferd.
Das Gebäude ist natürlich wichtig. Ein Pferd, das perfekt gebaut ist, hat es leichter das Grand Prix Niveau zu erreichen. Trotzdem, das erste Pferd auf dem ich das erhabene Gefühl von Piaffe, Passage und Pirouette erfahren durfte war ein kolumbianischer Vollblüter mit dem Namen „El Sahib“..
Seine Kruppe war 10 cm höher als sein Widerrist. Seine Beine waren so gerade wie ein Brett.
Als 2 jähriger lief er Galopprennen, als 5 jähriger als Springpferd unterwegs und mit 8 Jahren nahm er an internationalen Grand Prix Turnieren teil.
Ergo, das Gebäude eines Pferdes ist nicht alles. Es muss alles zusammenpassen:
Charakter, Gesundheit, gute Basis, Gebäude - die eine Eigenschaft kann die andere unterstützen…oder zerstören.
David hat nach seinen speziellen Anforderungen in Zusammenarbeit mit der Firma EQUESTOR einen Sattel entworfen, close contact und mit nur einem Sattelblatt. Der Sattel wird perfekt angepasst, garantiert höchste Schulterfreiheit und ein Minimum an Druckpunkten durch gleichmässige Verteilung dank eines patentierten Sattelbaums und spezieller Füllung. Der "De Wispelaere" wird von EQUESTOR in England produziert.
Für mehr Information über Modelle und Preise, bitte schicken Sie uns u.a. Formular zurück.
Das Buch "Reiten mit Gefühl" erscheint als Deutsche Ausgabe im März 2009.
Herausgegeben wird es vom Wu Wei-Verlag in München und kann auch dort direkt bestellt werden. wei-verlag
Das Buch "Reiten mit Gefuehl" von David de Wispelaere koennen Sie bestellen beim :
Wu-Wei-Verlag e.K.
Seestrasse 54
D-86938 Schondorf
Tel. 0049/8192/934192
Fax 0049/8192/934257
To learn more about David de Wispelaere and his philosophy,
please read:
Verleihung der PIAFFEPLAKETTE
Das Magazin "Piaffe" hat den Piaffepreis, mit dem Persönlichkeiten der Reitwelt für ihre herausragenden Leistungen im Dienste der Pferde geehrt werden, dieses Jahr an David de Wispelaere vergeben. David erhielt die Plakette für seine in jeder Hinsicht vorbildliche "Classical Horsemanship"!
Sowohl die AACHENER ZEITUNG als auch die AACHENER NACHRICHTEN berichteten darüber und veröffentlichten in diesem Zusammenhang ein Porträt über David de Wispelaere.
Aachener Zeitung v. 08.10.08
Aachener Nachrichten v. 25.10.08
Stimmen der Pferde
Der Film "Stimmen der Pferde" von und mit Dr. Gerd Heuschmann hat seine Premiere in Hamburg am 29.11.2008.
An der Herstellung des Films war David massgeblich beteiligt. Er ist hier in einem Interview und im Sattel mit seinem Berittpferd "Fidelius" als gutes Beispiel zu sehen. Die ARD wird in diesem Zusammenhang im Mittagsmagazin am 28.11. um 13 Uhr darüber berichten. Schalten Sie ein!